Veganismus

Veganismus – mehr als eine Ernährungsform

Veganismus ist ein Politikum. Weshalb? Mit der veganen Lebensweise geht man den weitreichendsten, unmittelbarsten und direktesten Weg, den Politikern, den Herstellern von Produkten aus und von Tieren sowie der Gesellschaft zu zeigen: Wir entscheiden uns FÜR das Leben und gegen das Töten. Ein schöner Demo-Transparentspruch lautet: Tiere sind Lebewesen, keine Lebensmittel. Veganismus bedeutet nicht Askese, sondern die Entdeckung neuer und z.T. alter, vergessener Nahrungsmittel. Veganismus bedeutet nicht Verzicht, sondern Schenken – Leben schenken.

Fleisch

Über 90 % des Fleisches kommt aus der Massentierhaltung. Die Tiere werden künstlich befruchtet und die Jungen der Mutter innerhalb weniger Tage oder gar Minuten weggenommen. Sie verbringen den Rest des Lebens in engen Boxen/Käfigen oder dichtgedrängt in großen Hallen. Der Stress dieser Bedingungen hat schwerwiegende Folgen, z.B. Selbstverstümmelung und Kannibalismus. Um dies zu vermeiden, werden bei Hühnern und Enten die Schnäbel gekürzt sowie bei Ferkeln Zähne entfernt und Schwänze abgeschnitten. Durch Züchtung und Verabreichung von Medikamenten können die Tiere ihr eigenes Gewicht kaum tragen. Dies führt zu Knochenbrüchen und Verformungen. Um Krankheiten vorzubeugen, werden ihnen Antibiotika ins Futter gemischt. Trotzdem stirbt jedes fünfte Tier bereits in Gefangenschaft. Dies erspart ihnen wenigstens den Schlachthof mit teils mangelnder Betäubung und Aufwachen während des Aufschlitzvorgangs. All dieses Leid wird selbstredend mit unseren Steuermitteln stark subventioniert (für landwirtschaftliche (Groß-)Betriebe, Tiertransporte durch ganz Europa, Neubauten von modernen Schlachthöfen etc.)! Nur dadurch können Tierprodukte derart billig in den Supermärkten angeboten werden.

Eier

Dass eine Henne ein Ei legt, ist kein Zeichen ihres Wohlbefindens. Hühner sind dahingehend gezüchtet, alle 30 Stunden ein Ei legen zu können, während ihre freien Vorfahren 6-12 Eier im Jahr legten und ausbrüteten. Der Belastung dieser biologischen Manipulation ist die Henne nicht gewachsen. Eine Folge ist das Ziehen des für Eierschalen notwendigen Kalziums aus ihren Knochen, welche deshalb leichter brechen. Das idyllische Bild einer Henne mit ihren Küken ist nichts weiter als irreführende Werbung und entspricht keinesfalls der Realität. Die meisten Hühner, auch die "glücklichen" aus der Freilandhaltung, schlüpfen nicht im Nest ihrer Mutter, sondern in einem Brutschrank. Die männlichen Küken werden gleich am ersten Tag ihres Lebens erstickt, geschreddert oder aus Kostenersparnisgründen lebend in die Mülltonnen geworfen. Insgesamt werden so allein in Deutschland wöchentlich bis zu 800.000 männliche Küken als unbrauchbar für die Eierindustrie aussortiert.

In Deutschland werden derzeit ca. 60 Mio. Hühner als sog. Legehennen ausgebeutet; der Großteil wird nach wie vor, nachdem sie das Alter erreicht haben, in dem sie Eier legen können, in Legebatterien gesteckt. Nach 10 Tagen kürzt man die Schnäbel mit einem Messer, um den Schaden durch gegenseitiges Federpicken, bedingt durch die qualvolle Enge in Legebatterie oder Bodenhaltung, in profitablem Rahmen zu halten. 10.000 bis 100.000 Tiere leben in einer fensterlosen Halle mit übereinander stehenden Käfigreihen. Der Raum eines Käfigs ermöglicht es der Henne nicht einmal, ihre Flügel auszubreiten, da die Bodenfläche lediglich so groß ist wie ein DIN A 4-Blatt. Verletzungen und Krankheiten sind an der Tagesordnung. Die Hühner versuchen vergeblich, auf dem Drahtboden zu scharren oder ein Staubbad zu nehmen. Sie finden keine Rast und versuchen, aus dem Käfig, der das tägliche Eierlegen zur Tortur macht, zu entfliehen. Vergeblich versucht die Henne, das Ei, das ihr auf ein Sammelband rollend gestohlen wird, zu sich zu holen.

Die Hühner, die das Martyrium in der Käfig-, Boden- oder sonstiger Haltung 12-15 Monate überlebt haben und aus welchen sich lebend kein Profit mehr machen lässt, werden mit Lastwagen zum Schlachthof gebracht. Dort hängt man sie an den Füßen auf, taucht sie zur Betäubung mit dem Kopf in ein unter Strom gesetztes Wasserbad und nimmt ihnen durch Aufschlitzen des Halses ihr wertvolles Leben.

Milch

Um einen weiteren, weitverbreiteten Irrtum aufzuklären: Eine Kuh gibt nicht automatisch Milch. Sie bildet dieses Sekret einzig nach einer Schwangerschaft für ihr Kalb. Das Kalb wird der Mutter unmittelbar nach der Geburt oder in den ersten Lebenstagen entrissen. Es wird oft beobachtet, dass Mütter tagelang schreien, nachdem ihnen das Kalb weggenommen wurde. Die für die Rinder"mast" bestimmten Kälber werden nach ca. elf Monaten geschlachtet. Für andere Tiere führt der Weg in die Kälber"mast". Um große Mengen von "zartem, weißem Kalbfleisch" zu erhalten, werden sie bei nahezu permanenter Dunkelheit isoliert in enge, kahle Holzverschläge (sog. Mastboxen) gesperrt, die kaum Bewegung zulassen. Ihnen wird ein Brei verabreicht, der weder Eisen noch Ballaststoffe enthält. So bleibt ihr Fleisch weiß, wenn sie nach 4-6 Monaten geschlachtet werden.

Mit 18-24 Monaten beginnt für eine "Milch"kuh, die ihr Leben zumeist angekettet in einer Halle mit Spaltenböden ohne Wiese oder Sonnenlicht verbringen muss, ein Kreislauf von Schwangerschaft, Geburt und Laktation (Milchbildung). Da die Milchbildung nur in einem begrenzten Zeitraum nach der Geburt des Kalbes auftritt, wird die Kuh permanent mittels künstlicher Besamung schwanger gehalten. Für 6-7 Monate im Jahr wird sie 2-3mal täglich mit einer mechanischen Pumpe (leer)gemolken, während sie schwanger ist. Da solche Pumpen bei allen Kühen mit der gleichen Saugkraft arbeiten, kommt es oft zu schmerzhaften Entzündungen, da einige Tiere leichter Milch "geben" als andere. Um die extremen Milcherträge zu erzielen (6.000 bis 10.000 Liter pro Jahr - das ist 10mal so viel wie ein Kalb benötigt, das von seiner Mutter gestillt wird), verfüttert die Milchindustrie hochkonzentriertes, mit Antibiotika und Hormonen versetztes Proteinfutter anstatt naturbelassenem Gras. Die viel zu hohe Milchbildung ist eine enorme gesundheitliche Belastung für die Kuh. Sobald ihre Milchbildung als zu gering angesehen oder sie durch Krankheit unfruchtbar wird, nimmt ihr die Milchindustrie noch das letzte, was ihr geblieben ist: ihr Leben! Die extrem gutmütigen, friedlichen und geduldigen Kühe, die ohne die Milchwirtschaft ca. 20 Jahre alt geworden wären, werden meist im Alter von 5-6 Jahren zum Schlachthof gebracht.

Biohaltung und konventioneller Vegetarismus

Biofleisch scheint auf den ersten Blick eine Alternative zu sein, ist aber lediglich das kleinere Übel. Tiere in der Biohaltung erleiden zwar weniger Schmerzen als diejenigen, die in den Tierfabriken dahinvegetieren. Aber: Etwa die aus Kostengründen betäubungslose Kastration bei Ferkeln und die frühzeitige Trennung von Mutterkuh und Kalb finden auch in der Bio-Haltung statt! Ob Bio- oder Massenhaltung, das Endresultat bei beiden Haltungsformen bleibt: Grausames Schlachten für ein vollkommen unnötiges Geschmacks"erlebnis"!

Für Eier und Milchprodukte werden zwangsläufig unzählige männliche Küken und Kälber „mitproduziert“. Auch in einer Biohaltung guten Willens ist es ökonomisch undenkbar, diese „überzähligen“ fühlenden Wesen bis zu ihrem natürlichen Tod am Leben zu lassen. Insofern ist leider auch der Ovo-Lacto-Vegetarismus mit Schlachten im frühesten Kindesalter untrennbar verbunden.

TIERE SIND WEDER GEGENSTÄNDE NOCH WARE UND HABEN EIN RECHT AUF EIN AUSBEUTUNGSFREIES, LEBENSWERTES LEBEN!

Zudem gibt es heutzutage in jedem Bioladen und Supermarkt reichlich leckere, vegane „Ersatzprodukte“ für Fleisch, Milch, Käse, Yoghurt, Sahne, Schokolade ....

Eine kleine Auswahl an Veganversanden:

www.ein-besseres-leben.de
www.radixversand.de
www.smilefood.de
www.so-ja.de
www.sojapost.de
www.veganbasics.de
www.vegane-zeiten.de
www.veganic.de
www.vegantemple.com
www.vegan-wonderland.de
www.vega-trend.de

Der Blick hinter die Kulissen zeigt, dass alle Ausbeutungssysteme untrennbar miteinander verknüpft sind. Dieses System lässt bspw. Hühner (für jährlich 13,3 Milliarden Eier) und „Milch“kühe nur als "tüchtige Produzenten" am Leben und verfolgt Interessen, die dem Wohlbefinden der Tiere massiv entgegenstehen. Die sensiblen Wesen – jedes einzelne wollte einfach nur (schmerz)frei leben – werden in diesem Verwertungsprozess zur reinen Ware. Es existiert leider keine Landromantik mehr, wie uns dies die scheinheilige Agrarindustrie auf den Verpackungen noch immer weismachen will.

Aktuelle Zahlen des Statist. Bundesamtes für Deutschland 2005

Insgesamt wurden 6,7 Mio. Tonnen Fleisch aus gewerbl. Schlachtungen „erzeugt“. Den Hauptanteil hatte Schweinefleisch mit knapp 4,5 Mio. t, gefolgt von Rind- und Kalbfleisch mit 1,1 Mio. t und Geflügelfleisch mit 1,0 Mio. t. Die Zahl der Schweineschlachtungen ist gegenüber 2004 nochmals um 1,9 Mio. auf den neuen Höchststand von 47,8 Mio. fühlenden Individuen gestiegen! Die Zahl der sog. Geflügeltiere übersteigt erst recht alle Vorstellungskraft und wird gar nicht in „Stück“zahlen angegeben.

Verursacher von Zivilisationskrankheiten

Unsere Anatomie ist nicht dafür geschaffen, tierliche Mordopfer konsumieren und verdauen zu können, was die nicht zu übersehenden Unterschiede zwischen Fleisch- und Pflanzenesser und die stetig steigenden Herz-, Magen-, Krebs-, Rheuma-/Gichterkrankungen... deutlich aufzeigen: Die Zähne aller Fleischesser in der Natur sind lang und scharf, wohingegen sich unsere Zähne seitlich, wie bei Mahlzähnen üblich, bewegen. Der Speichel eines Menschen ist alkalisch und enthält Ptyalin zur Stärkeverdauung, im Gegensatz zum Fleischesser, dessen Speichel säurehaltig und ohne Ptyalin ist. Ein Fleischesser-Magen bildet 10mal soviel Salzsäure wie unserer und der Darm ist nur 3mal so lang wie sein Körper, da Fleisch schnell fault. Dummerweise ist unser Darm 12mal so lang wie unser Körper, d.h. das Fleisch sondert auf diesem langen Weg viele Giftstoffe ab, v.a. Leichengift. Unsere Leber filtert nur wenig Harnsäure aus, ein sehr gefährliches Gift, mit dem der Körper eines Fleischessers aufgrund eines Enzyms besser fertig wird. Tierisches Eiweiß ist zudem vom menschlichen Körper schlecht zu verarbeiten, sei es aus Fleisch, Milch oder Eiern. Der Fleischesser besitzt Pranken zum Reissen seiner Beute. Wir hingegen besitzen keine einzige Voraussetzung, die darauf hindeutet, dass wir von Natur aus als Fleischesser geschaffen sind!

Veganismus

Der zunehmenden Verrohung der Menschheit muss endlich entgegengewirkt werden! Es ist notwendig, dass wir wieder in Einklang mit unseren nichtmenschlichen Mitlebewesen sowie der Natur gelangen, denn der Kreislauf der Erde bildet eine Einheit und wir können uns nicht isoliert davon betrachten. Die ständig wachsende Zahl an gesunden und fitten Menschen, die sich bereits seit vielen Jahren vegan (rein pflanzlich) ernähren, zeigt zudem, dass tierische Produkte kein notwendiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sind.

Zu den Erzeugnissen, denen Tierqual zugrunde liegt, gehören auch Leder, Pelz, Wolle, Daunen, Pharma-/Kosmetikprodukte basierend auf Tierversuchen und Honig. JedeR fühlende MenschIn darf es aus ethisch-moralischen Gründen nicht verantworten können, dass Tiere durch ihn/sie als Mordopfer enden. Lecker, gesund und vor allem ohne schlechtes Gewissen zu genießen sind hingegen pflanzliche Lebensmittel: Obst, Gemüse, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Hülsenfrüchte, Lopino, Algen, (Bio-)Sojaprodukte (-würste, -aufschnitt, -joghurt, -sahne, -käse, -eis etc., Tofu, Tempeh), Seitan (Weizenfleisch), Bratlinge, Brot, -aufstriche, Müsli uvm. Frieren muss durch tolle Stoffe wie Baumwolle, Kunstpelz oder atmungsaktives Kunstleder (zudem umweltfreundlicher als das mit viel Chemie haltbar gemachte Echtleder) auch schon lange keinE VeganerIn mehr und im Internet können Sie sehr einfach Listen mit veganen Kosmetik- und Hygieneartikel finden, denn, selbst Zahnpasten sind beispielsweise häufig nicht vegan.

Sie haben die Macht als VerbraucherInnen! Nutzen Sie diese und konsumieren Sie keine Tierprodukte (auch auf Inhaltsangaben in Fertigprodukten achten)! Soja-, Reis-, Hafer-, Mandel- oder sonstige Pflanzen“milch“sorten (in Geschmack und Konsistenz, genau wie die vielen Fleischersatzprodukte, kaum mehr vom „Original“ zu unterscheiden) gibt es mittlerweile in jedem Bioladen sowie Bio- und normalem Discounter in jeder Stadt. Generell ist vegane Ernährung nicht teurer als die omnivore. Achten Sie auf jeden Fall darauf, sich abwechslungsreich zu ernähren, mit viel frischem Obst und Gemüse, dann haben Vitaminmängel keine Chance! Es empfiehlt sich max. als Vorsichtsmaßnahme, alle paar Jahre das Blut überprüfen zu lassen und ab und zu ein B12-Supplement zu nehmen.

In Deutschland gibt es bereits über 300.000 vegan lebende Menschen. Es ist mittlerweile so einfach, Gleichgesinnte und ein großes veganes Nahrungsangebot zu finden; vor wenigen Jahrzehnten noch undenkbar. Probieren Sie es direkt aus, z.B. mit Hilfe der folgenden sehr zu empfehlenden veganen Rezeptseiten:

www.das-rezeptbuch.de
www.veganwelt.de
www.tierrechtskochbuch.de
www.rezeptefuchs.de

Autorin: Stephanie Johanna Goldbach